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Dinslakener Geschichte:
Die Kreuzigungsgruppe von 1501
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| Übersicht Dinslakener Geschichte |
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An der Nordseite des Kirchturms der kath. Kirche St. Vincentius befindet sich die Kreuzigungsgruppe von 1501 aus Sandstein. Aus einem Felsen mit Schädel und Gebein wächst das Kreuz mit dem Korpus Christi. Daneben stehen die T-förmigen Kreuze mit den beiden Schächern. Nach Prof. Günter stellt der Kalvarienberg das Hauptwerk einer Weseler Bildhauerwerkstatt um 1500 dar. Stilistisch sei die Gruppe den Arbeiten des Meisters des Berendonk'schen Kreuzwegs vor dem Xantener Dom zuzuschreiben. Die Kreuzigungsgruppe, die zu den bedeutensten ihrer Art zählt, hat ihre eigene Geschichte. Die Kreuzigungsgruppe hatte ursprünglich vor den Mauern der Stadt Wesel vor einer Kapelle auf einem kleinen Erdhügel gestanden. Sie bildete den Abschluss eines Kreuzweges, der von der Matena-Kirche durch die Kreuzpforte führte. Der Kreuzweg war im Jahre 1501 von Weseler Bürgern nach einer beschwerlichen Pilgerfahrt ins Heilige Land gestiftet worden. Sie hatten den Kreuzweg nach den Entfernungen anlegen lassen, die sie selbst in Jerusalem vom Palast des Pilatus bis Golgotha ausgemessen hatten. |
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Im Jahre 1587 wurde die Stadt Wesel von den Spaniern unter der Leitung des Herzog von Parma sehr bedrängt. Nach der Chronik von 1881 des Stadthistorikers von Wesel, P. Th. A. Gantesweiler, wurde im Januar 1588 die Kapelle an der Kreuzigungsgruppe niedergerissen, weil man befürchtete, dass die Belagerer eine Schanze aufwerfen würden. Die Kreuze sind nach Dinslaken gekommen - die näheren Umstände sind nicht bekannt - und bekamen einen Ehrenplatz vor dem Walsumer Tor, wo sich heute nahe des Evangelischen Krankenhauses ein Kreisverkehr befindet. 1652 wurden die Kreuze zum ersten Mal renoviert, wie die Inschrift "Renovat. Vot. Et Sumptibus T.D.P.D. 1652" nachweist. Es gab sicherlich mancherlei Widerspruch und Auseinandersetzungen mit den Reformierten, die solche "abgöttischen Bilder" nicht innerhalb der Mauern und in aller Öffentlichketi dulden wollten. Zahlreiche Kunstwerke vielen seinerzeit ihreren "Säuberungsaktionen" zum Opfer. Um die Gegener zu beruhigen und allen Falschdeutungen vorzubeugen, ließ der kluge Pfarrer Alexander Everhardi (1672-1709) an den Kreuzfuß folgendes einmeißeln: DAS MAN HIR AM CREUTS HANGEN SEHT, Renovat 1681 Diese theologisch einwandfreie Erklärung scheint den Evangelischen eingeleuchtet zu haben. Die Dinslakener aller Konfessionen haben im Laufe der Zeit die "Drei Kreuze" als erhabene Marke im Stadtbild angenommen. Mehrfach mussten die Skulpturen restauriert werden. Zum Schutz vor weiterem Verfall wurde die Gruppe nach ihrer Restaurierung im Jahre 1985 am Turm der Kirche aufgestellt und mit einer schützenden Überdachung versehen. Am historischen Standort wurden Kopien der Originalgruppe errichtet. |
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