Neben
dem Voßwinkelhof gab es gegen Ende des 19. Jahrhunderts noch ein weiteres an
der Stadtmauer gelegenes bäuerliches aber herrschaftlich solides Anwesen:
den Beudelshof. „Es war ein kunstlos, aber massiv ausgeführtes Gebäude mit
vielen kleinen Fenstern, ein großes Bauernhaus mit zwei Scheunen, einer
schweren eichenen Haustür, über der sich ein Wappen befand.“
1883 wurde der Beudelshof von den drei Geschwistern
Bleckmann und den Herren Opgen-Rhein, Delere und Wienert gekauft unter
großer Beteiligung der Bürgerschaft zum ersten Krankenhaus der Stadt
Dinlaken hergerichtet. Im Oktober konnten die Clemensschwestern Egberta und
Gregoria den ersten Patienten aufnehmen.
Im Sommer 1884 wurde das Krankenhaus dem hl. Vinzenz von
Paul gewidmet, der viele Kranken- und Waisenhäuser gegründet hatte und ein
großer Wohltäter der leidenden Menschen war.
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1894 übertrugen die Stifter ihre Eigentumsrechte auf die
kath. Kirchengemeinde St. Vincentius. Als die Einwohnerzahl wuchs und damit
auch die Ansprüche an das Hospital musste der Beudelshof erweitert und mit
einer verbesserten Einrichtung ausgestattet werden. Aber trotz Ankauf des
Nachbarhauses von der Witwe Westermann war die Ausbaumöglichkeiten in der
Enge der Altstadt bald erschöpft. Der Kirchenvorstand entschloss sich
deshalb 1906 zur Errichtung eines Neubaus, der 1912 an der heutigen
Dr.-Otto-Seidel-Straße eingeweiht werden konnte.
Das alte ausgediente Hospital wurde nun unter der Obhut
von Schwestern aus der Ordensgemeinschaft der Göttlichen Vorsehung „eine
Kinderbewahr- und Handarbeitsschule“ und nannte sich fortan „Marienhaus“.
Das Marienhaus erhielt einen Kindergarten und wurde später mit Nähkursen,
Exerzitien und Einkehrtagen ein soziales und geistliches Zentrum der
Pfarrgemeinde St. Vincentius. 1945 wurde das Marienhaus zerstört.
Da, wo es einst stand, wurde in den 1960er Jahren das
Altenheim „Haus Maria Frieden“ errichtet, das 1998 zu einer Wohnanlage
umgebaut wurde.
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